Eine Geschichte zum Freuen von Karin Niederkrome

Die drei Wäldchen

Lieber Leser, liebe Leserin,

es gibt so viele Lieblingsorte für jeden von uns, mal ist es der eine, mal ein anderer Platz. Von drei Orten, die sich sehr ähnlich sind, und die immer wieder in meiner Nähe waren, möchte ich erzählen.

Ich kenne den schmalen Bach noch aus der Zeit, als er vom Königsberg herunterfloss durch eine breite Wiese. Er mäanderte stark, die Wiese war sumpfig. An dem plätschernden Bach wuchsen jetzt im Frühling die gelben Sumpfdotterblumen in großen Büscheln.

In den sechziger Jahren wurde diese große Wiese bebaut mit neun oder zwölf Mehrfamilienhäusern, Im grünen Tal, heißt die Straße heute noch. Der Waldweg und der Gutsweg entstanden und wurden zu beiden Seiten bebaut. Zwei Gemeindehäuser errichtete das Dorf mit zehn Wohnungen. Zwei alte Fachwerkhäuser und die Behelfsbaracken, die nach dem Krieg für Flüchtlinge errichtet wurden, mussten weichen.

Aber mit den neuen Häusern kamen auch meine beiden Freundinnen, wir besuchten alle drei im April 1958 das erste Schuljahr. Schule war schön, aber viel schöner war es mit meinen beiden Freundinnen zu spielen in dem kleinen Eichenwäldchen, direkt vor einem der Gemeindehäuser. Dort trafen wir uns fast jeden Tag vom Frühjahr bis zum Herbst und wir erlebten die wechselnden Jahreszeiten. „Wollen wir eine Bude bauen?“, hieß es dann.

Der kleine Bach aus dem grünen Tal war mit Straßen überbaut worden, aber unten in der „Grund“, wie wir die tiefe Schneise im Wald nannten, kam der Bach wieder unter den Straßen herausgeflossen. Im Frühjahr war es gefährlich, ihm zu nahe zu kommen, er führte viel Schmelzwasser mit sich. Es war uns dann verboten, an seinen Ufern zu spielen. Überhaupt hatten uns die Eltern verboten, an ihm zu spielen. Sie hatten Angst, dass wir uns an dem Abwasser aus dem „Grünen Tal“ eine Krankheit holten.

Ab und zu mussten wir aber an den Bach gehen, um nach Scherben zu suchen für unsere Bude, für unsere Hütte in dem Buchenhain, der wohl hundert Meter die Böschung hochwuchs bis unter die mächtigen Eichen. Die jungen Buchenbüsche waren vielleicht zweimal so hoch wie wir, wuchsen dort wild,

manche dicht zusammen. Darin konnten wir nicht wohnen. Andere standen weiter auseinander. Die machten wir uns fertig zu unserer Wohnung.

Das Laub musste aus der Hütte gefegt werden, der Erdboden sollte aussehen wie die Fußböden zu Hause, glatt und wie gebohnert. Manchmal hatten wir drei Freundinnen eine Wohnung zusammen, meistens wohnten wir in getrennten Wohnungen, nicht weit voneinander entfernt. Im Frühjahr konnten wir uns sehen in unseren Waldhütten. Je weiter es in den Sommer ging, wurde das Blätterwerk der kleinen Buchen dichter und wir konnten uns nur noch hören. Im Herbst hörte die Spielfreude auf, es wurde zu kalt und zu windig.

War die Wohnung gefegt, suchten wir im Bach nach „Geschirr“ für unsere gedachten Schränke. Es waren Scherben, die wir suchten und fanden. Die Scherben wurden im Bach gewaschen und eine von uns dreien war stolzer über den Fund als die andere. Voller Freude trugen wir unsere Schätze in unsere Hütten. Moos fanden wir genug unter den alten Eichen. Das Moos legten wir an die Ränder des Wohnraumes, die Moosflächen wurden unsere Schränke. Sehr gemütlich waren unsere Hütten.

Wir besuchten uns auch gegenseitig, backten Kuchen, kauften im Wald ein und kamen mit allerlei Blumen und Zapfen und Seilen und kostbaren Fundstücken wieder in unsere Wohnungen, in unsere Hütten. Mit großer Zufriedenheit gingen wir abends nach Hause zurück. „Bauen wir Morgen weiter?“-„Na, klar!“

Am nächsten Tag hatten wir wieder viel zu tun in unseren Hütten, es musste erneut gefegt werden und wieder anders dekoriert, es musste erneut gebacken und besucht werden, eingekauft und gesammelt werden.

Viele Jahre wohnte ich noch im Haus meiner Eltern, ging jeden Tag an dem Wäldchen vorbei zur Schule, fuhr später noch manchmal mit dem Auto vorbei und lächelte, wenn ich zur Seite sah …

 

Später wohnen wir wieder an einem kleinen Wäldchen in unserem eigenen Haus. Es liegt an einem Hang und oben auf dem Hang wächst ein alter Hudewald. Er zieht sich von der Dorfstraße hoch bis auf den Berg. Diakonissen

wohnten dort in einem Feierabendhaus und hüteten Ziegen auf dem Berg und in dem kleinen Wald. Ein paar dicke Eichen stehen dort, aber vorwiegend Buchen. Durch Viehverbiss konnten sich keine dicken Stämme bilden, die Buchen wuchsen teilweise in drei oder vier Stämmchen hoch in den Himmel mit einem üppigen Kronendach.

Im Frühling ist der Waldboden ein Teppich von weiß-rosa Buschwindröschen, lila Veilchen und kriechendem Hahnenfuß, der am Rande des Wäldchens zum Hohlweg hin wächst, und sonnengelb leuchtet.

Später, im Juni, gehe ich mit unserer Tochter wie durch eine grüne Kathedrale durch den kleinen Wald. Die Wege sind frei von Laub, zu fegen brauchen wir hier nicht. Sträucher oder Büsche, die sich zum Hüttenbauen eigneten, gibt es hier wenige. Am Rand des Wäldchens wachsen Brombeersträucher und das gelbe Springkraut. Im Spätsommer pflücken wir die Beeren und streifen das Springkraut. Unsere Tochter schreckt immer ein bisschen zurück, wenn es aufspringt. Aber dann macht sie sich einen Spaß mit mir: „Mama, fass das hier mal an!“ Mach ich und erschrecke mich so wie sie, als die Frucht aufspringt.

Und Orchideen wachsen hier, das kleine weiße Waldvöglein, der Hauswurz, das Große Zweiblatt oder mehrere Arten des Knabenkrauts.

Das alles bestaunten wir auf unseren Spaziergängen durch den Wald, blieben stehen und hockten uns zu den Orchideen hinunter und freuten uns. „Schau mal, hier, in diese Öffnung können die dicken Hummeln in die Blüte krabbeln, um sich ihren Honig zu holen!“ Unserer Tochter erzählte ich hier viele Geschichten von den Tieren und den Wichteln, die auf dem Moos ihren Garten hatten und von den Elfen, die auf den Blumen tanzten.

Wo sind denn die Elfen jetzt? Ich sehe gar keine!“ – „ Sie sind winzig klein, schau genau hin, dann sehen wir sie. Ich glaube aber, dass sie gerade andere Blumen besuchen. Doch zu diesem schönen Waldvöglein kommen sie bestimmt gerne. Lass uns nur ein Stückchen weiter gehen."

Und hier, schau mal, hier wohnt die Familie Marienkäfer, siehst du ihn?“ – „Ja, das ist bestimmt der Vater, der hier im Garten arbeitet. Vielleicht ist es aber auch die Mutter, und der Vater ist gerade nicht da.“

Ja, und es könnte auch sein, dass jemand auf die Kinder aufpasst. Siehst du da das kleine Versteck unter den Zweigen? Das sieht aus wie eine Hütte. Ich glaube, da wohnt die Familie Marienkäfer!“ – „Ja, das sieht so aus! Und haben die dort eine richtige Wohnung?“, wollte meine Tochter wissen.

Natürlich, sie haben es sich dort bestimmt sehr gemütlich gemacht.“

Und ich erzählte unserer Tochter dann gerne auch von unseren Hütten, die wir im Wald gebaut hatten, als ich ein bisschen älter war als sie jetzt.

Unsere Tochter ließ sich so gerne auf die Erzählungen ein, und ich hatte Freude daran, mir die Geschichten auszudenken …

 

Nun haben unsere Kinder schon ihre eigenen Familien. Das Haus, in dem wir viele Jahre wohnten, wurde zu groß für mich allein. Ich verkaufte es und zog in eine Wohnung in die Nähe unserer Kinder.

Nach Osten schaue ich von meiner Wohnung aus wieder auf ein kleines Wäldchen hinter einem großen Feld. Ich war neugierig, es zu erkunden und machte mich auf den Weg.

An einem Bach entlang führt ein schmaler festgetretener Pfad in den Wald hinein. Hohe Eichen und Buchen mit dicken Stämmen stehen hier, vereinzelt wachsen Sträucher. Viel Licht scheint in den Wald hinein, der schmale träge Bach schlängelt sich im Sommer durch die Fläche und um Sandbänke herum, bildet Uferböschungen durch die Wassermassen im Frühling, Wurzeln hängen im Wasser, und Kinder haben Staudämme gebaut mit Steinen und Zweigen.

Viele Vögel gibt es hier im Wald, Spechte, Eichelhäher, auch Krähen, und viele Singvögel. Ich bin allein und habe Zeit und Muße auf die Vögelchen und die Geräusche im Wäldchen zu hören. Es knistert unter meinen Füßen, die Wege liegen voller Laub. An einer Stelle, etwas abseits, wächst das rote Springkraut in dichtem Bestand, Bauernorchidee wird es auch genannt. Ich streife durch das Laub bis zum Springkraut und berühre die reifen Kapseln. Die Kapsel springt auf und die dicken Früchte knallen in meine Hand. Ich erinnere mich.

Ein Stückchen weiter haben Kinder wohl eine Hütte gebaut, ein Tipi. Lange

Stangen haben sie zu einem Zelt zusammengestellt, rings umher war der Waldboden gefegt. Und da, lagen da nicht auch ein paar Scherben?

Hin und wieder besuche ich das kleine Wäldchen, aber sehen kann ich es jeden Tag von drei Fenstern meiner Wohnung aus. Gerne und lange sitze ich an einem geöffneten Fenster und schaue über das Feld, auf dem in diesem Jahr der Weizen wächst und durch den Wind in Wellen wogt. Ich sehe auf das kleine Wäldchen mit den hohen dicken Eichen und Buchen.

Im Herbst und Winter stehen die Bäume wieder ohne Laub und die kalte Wintersonne steigt morgens durch die kahlen Äste hinauf zum weiten Himmel.

Jetzt bauen die Vögel keine Nester.

Der Specht trommelt nicht mehr, aber der Eichelhäher lässt ein raues Lachen hören und die krächzenden Wintervögel suchen auf dem abgeernteten Weizenfeld noch ein paar Körner.

Ich hoffe, Sie hatten Freude an meinen kleinen Spaziergängen durch drei kleine Wäldchen. Vielleicht haben Sie auch ähnliche Erinnerungen?

ich wünsche Ihnen viel Freude beim Austauschen Ihrer Gedanken

mit herzlichen Grüßen von

Karin Niederkrome

Bleiben Sie behütet!

 

 

 

 

Gottesdienst und Datenschutz

Sommerkirche in Berlebeck

Um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können, muss der Kirchenvorstand für die Gottesdienste Anwesenheitslisten führen.

Am Einfachsten ist es, wenn Sie bitte schon zuhause auf einen Zettel Ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer aufschreiben und mitbringen. Wenn Sie zu zweit oder zu dritt kommen, schreiben Sie bitte alle Namen auf. 

Wir sammeln die Zettel ein und halten sie vier Wochen unter Verschluss. Dann werden sie vernichtet.

Zu Ihrer Information fügen wir die Datenschutzerklärung bei.

 

 

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