Losung und Lehrtext am 2. November 2022

Hiob 3, 20-21: Warum gibt Gott den Lebenden Licht / und Leben denen, die verbittert sind,die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht? Hebräer 2,8: Jetzt aber sehen wir noch nicht,dass ihm alles untertan ist.

Kennen Sie diese Frage auch: „Warum gibt Gott den Lebenden Licht/ und Leben denen,die verbittert sind, die sich sehnen nach dem Tod,doch er kommt nicht?“
Viele,die Schmerzen haben, die sich nicht mehr bewegen können,die ein schönes langes Leben gehabt haben,jetzt aber nur noch leiden müssen, stellen sich vielleicht auch diese Frage. Diese Frage hat Hiob in solch einer anklagenden Deutlichkeit gestellt. Er hatte ein tolles reiches und gesundes Leben. Doch das Böse will,dass er sich von Gott abwendet, wenn Hiob alles genommen wird. Gott widerspricht ihm,der Teufel hat freie Bahn.Hiob verliert seine Felder,seine Tiere, seine Kinder und wird selbst krank mit Geschwüren übersät,die vier Hiobsbotschaften.
„Warum gibt Gott den Lebenden Licht / und Leben denen, die verbittert sind,die sich sehnen nach dem Tod,doch er kommt nicht?“
Seine Frau rät ihm: „Lass ab von dem Gott,der dir Schlechtes bringt!“
Hiob erwidert in all seinem unglaublichen Leid: „Das Gute haben wir empfangen von Gott und sollen das Schlechte nicht auch annehmen?“ Er lässt nicht ab von Gott. Er betet weiter zu seinem Gott. „Ich weiß,dass du da bist, ich weiß, dass du an meiner Seite bist!“
In der Matthäus-Passion heißt es: „Ich weiß,dass mein Erlöser lebt!“
Und hier bei Hiob: Das Böse hat keine Chance: Hiob hält an Gott fest. Er wird nach diesem entsetzlichen Leid, nach dieser Versuchung reicher beschenkt, als er vorher war.

Im Hebräerbrief steht (Kap.2,8): „Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm (Jesus Christus) alles untertan ist.“
Paulus spielt darauf an,dass Gott selber Mensch geworden ist, indem er zu uns gekommen ist als Sohn Gottes. Wahrer Mensch, der alles Leiden durchgemacht hat und wahrer Gott,der den Tod,die Sünde, überwunden hat.

Die Sünde,die durch Adam in die Welt gekommen ist durch Ungehorsam und durch Machtansprüche. Gott hat die Menschen gestraft mit schwerer Arbeit auf den Feldern, mit schmerzhaften Geburten, mit Wüstenwanderungen und Stürmen und Sintflut. Wir tragen das Unsere bis heute dazu bei: Kriege und

Zerstörung der Erde. Wir haben den Tieren und uns Menschen den Lebensraum zerstört. Wir haben Gottes Schöpfung fast vernichtet.

Und dennoch hat sich Gott seinen Menschen immer wieder zugewendet. Wir fielen und fallen immer wieder von ihm ab. Wir wenden uns immer wieder von Gott ab.
Und dennoch: In seiner großen Barmherzigkeit und Gnade ist Gott selber Mensch geworden in seinem Sohn. Der hat uns vorgelebt, wie wir uns Gott zuwenden und umkehren können zu ihm. Dabei hat er selber das größte Leiden auf sich genommen: Hohn, Spott und Leid bis in den Tod. Da haben wir noch nicht gewusst, dass Jesus Christus alles untertan ist und sein wird . Durch die Auferstehung von den Toten ist Christus von Gott selbst erhöht worden über alle Engel hinaus.Er sitzt zur Rechten Gottes,des allmächtigen Vaters.

Hiobs anklagende und provozierende Frage dürfen wir stellen. Warum? Aber bitten wir auch darum,dass wir nicht in der Anklage bleiben. Die Anklage verbittert uns. Die Frage nach dem „Warum“ können wir eigentlich nur mit einer Glaubensaussage beantworten: Christus ist auferstanden und er hat uns versprochen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Amen
Eduard Mörike

Gebet
Herr! Schicke, wasdu willst, Ein Liebes oder Leides,
Ich bin vergnügt,dass Beides Aus deinen Händen quillt.

Wollest mit Freuden
Und wollest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten

liegt beides Bescheiden.