Schreibwerkstatt in Berlebeck

Die Kirchengemeinde Berlebeck lud am 21.Januar zu einer Schreibwerkstatt mit Claus Wettläufer ein. Acht Frauen und ein Mann trafen sich morgens um 9:00 Uhr, um sich zum Schreiben anregen zu lassen.
Bis 16:00 Uhr setzt Claus Wettläufer fünf verschiedene Schreibimpulse. Wir wurden inspiriert durch Cartoons zum Thema Inklusion und durch eine Melodie von Hildegard von Bingen „O pastor animarum“ - „Hirte der Seelen“.

Im Kirchraum ließen wir lange die Stille auf uns wirken. Claus Wettläufer sang in die Stille das jüdische Kaddisch-Gebet zur Ehre Gottes. Wir waren beeindruckt.

Mein Text dazu:

Über den Wassern schwebt DEIN Geist Adonai Elohim Zebaoth Du bewegst das Meer
und schiebst die seichten Wellen

über die lichten Steine
an das blühende Land
Über den Wassern schwebt DEIN Geist

Adonai Elohim Mit DEINEM Greist trägst DU die Liebe
in mein Herz

und erfüllst es ganz
mit Wärme für DICH Adonai Elohim Mein erblühtes Herz
lässt DU strahlen auf DICH und auf dich

und auf dich
warmherziger, barmherziger Adonai Elohim

Zebaoth

Zebaoth

Zebaoth

Einen weiteren Impuls setzte Claus Wettläufer mit vielen verschiedenen Düften. Einen suchten wir uns aus und schrieben unsere Gedanken dazu.
Zum Schluss warfen wir einen Blick auf Fotos aus der Reihe des Magischen Auges. Bei genauerem Hinsehen verändert sich jedes Bild in die Dimension 3-D und lässt uns etwas ganz anderes erkennen.

Sabine Rosemeier sorgte für Obst , Süßigkeiten und eine Torte zum Nachmittag. Vielen Dank sagen ihr alle Teilnehmer.
Wunderbare Texte sind entstanden. Wir möchten Claus Wettläufer gerne wieder zu uns einladen. Vielleicht fühlen Sie sich angesprochen und sind im nächsten Jahr mit dabei.

Du bist ein Gott, der mich sieht 1. Mose 16,13

Ein Nachmittag mit Gedanken zur Jahreslosung in der Frauenhilfe am 4. Januar 2023

Ein beunruhigendes Jahr haben wir hinter uns gelassen.

Wie beruhigend ist es da, deutlich vor Augen zu haben, dass das Gute weiter geht.

Mit anderen Worten: Es wurde Zeit, dass wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder sehen und einen gemütlichen, geselligen und anregenden Nachmittag miteinander verbringen.

Das ungemütliche Wetter ließ einige zu Hause bleiben, andere waren noch im Urlaub.

Und so waren wir eine ungewohnt kleine Schar, die zusammenkam, was aber der Aufbruchstimmung ins Neue Jahr 2023 keinen Abbruch tat.

Paul-Gerhard Wächter hatte in gewohnt engagierter Weise wieder für eine wohltuende Tischdekoration gesorgt. Frische und Farbe strahlte uns Eintretenden einladend entgegen.

Renate Richter und Anneliese Drave hatten den Kaffeetisch festlich gedeckt. Die Sahneschnitten von Bäcker Biere waren ein Gedicht.

Eine ganz besondere Freude aber war es, dass Karin Niederkrome nach langer Abwesenheit heute wieder unter uns war.

Sie ergriff auch zu Beginn das Wort und nahm uns mit hinein in ihre bewegende Geschichte der letzten Wochen. Das war, für alle spürbar, unausgesprochen die erste Begegnung mit der Jahreslosung, die über diesem Jahr stehen wird: Du bist ein Gott, der mich sieht…

Nach dem Kaffeetrinken wurden die anwesenden Geburtstagskinder der letzten Wochen bedacht. Mit Rose, Lied und einer persönlichen Karte. Wie immer hatte Karin Niederkrome die Karten für diesen Anlass selbst gestaltet und geschrieben. Nur ihre eigene nicht. Die war nicht selbst gemacht, kam aber trotzdem von ganzem Herzen.

Du bist ein Gott, der mich sieht. Wir haben die Jahreslosung in Beziehung gesetzt zu dem unbehaglichen Gefühl vergangener Erziehungsmethoden: Der liebe Gott sieht alles… Das ist mal eine Drohung gewesen und sollte uns zu Wohlverhalten motivieren. Wie schade…

Du bist ein Gott, der mich sieht. Wenn dieser Satz aber doch spürbar etwas Haltendes und Tröstliches und Beistehendes ausspricht: Wer könnte diese Worte heute sprechen?

Als wir uns die Nachrichtensendungen der vergangenen Tage und Wochen ins Gedächtnis gerufen haben, standen uns viele Menschen vor Augen, denen wir wünschen, dass sie wissen, dass sie nicht so verloren und vergessen sind, wie sie sich fühlen.

Du bist ein Gott, der mich sieht. Frau Wehrmann nahm uns mit Bildern und Texten in die bewegende Rahmengeschichte der Jahreslosung hinein. Es ist die Geschichte eines großen Segens und komplizierter menschlicher Beziehungen untereinander. Die bleiben. Der Segen aber auch.

Nach Gebet und Segen war es an der Zeit, wieder aufzubrechen. Nicht nur in die Geborgenheit der heimischen Wohnung, sondern auch in ein neues Jahr. Nach diesem Nachmittag sind wir dafür gut gerüstet.

Schön war`s mal wieder